Wir bekommen so viele Anfragen von euch Eltern, dass eure Kinder gerne reiten möchten. Und wir haben gerade in den letzten beiden Jahren feststellen müssen, dass die Kinder dabei immer jünger werden. Heute möchten wir euch zum besseren Verständnis ein bisschen erklären, warum wir erst Kinder ab 7 Jahren für Reitstunden nehmen möchten:

 

4 – 7 Jahre

In diesen jungen Jahren haben die meisten Kinder noch motorische Schwierigkeiten, sprich die Körperteile separat voneinander zu bewegen, das Zusammenspiel von Händen, Körper und Beinen.

Sie wissen nicht wo links und rechts ist, können die Zügel noch gar nicht wirklich halten.

Ihr kleiner Körper kann nicht lange die Spannung halten, die zum Reiten notwendig ist. Die Arme erschlaffen, die Hände sinken und die Zügel fallen den kleinen Reitern aus den Händen. Ihr kleines Gehirn kann sich noch nicht lange konzentrieren. Was wir sagen, können die Kinder noch nicht verstehen und umsetzen. In diesem Alter lernen sie eher durch vormachen.

Ihre kleinen kurzen Beinchen haben gar nicht die Kraft, ein Pferd überhaupt vorwärts zu treiben.

 

 

Auch unseren Pferden gegenüber haben wir eine Verantwortung. Die Zügel die die Kinder in den Händen haben, sind mit einem Edelstahlgebiss verbunden, welches bei den Pferden im Maul liegt.

Wenn die kleinen Reiter es noch nicht schaffen, ihre Hände beim Reiten ruhig zu tragen und das Feingefühl in den Fingern haben, ein Pferd zu lenken, tun sie dem Pferd im Maul weh und können es verletzen.

 

 

Und was ist, wenn sich ein Pferd doch mal erschreckt und los läuft? Sie haben gar nicht die Möglichkeit, sich lange auf einem rennenden Pferd zu halten. Spätestens in der Kurve fallen sie durch die Fliehkraft hinunter.

Alles, was man ihnen in dieser Zeit hilfreiches zurufen würde, kommt bei den verängstigten Kindern überhaupt nicht an. Geschweige denn, dass sie es umsetzen könnten.

 

 

Die Kinder starten bei uns an der Longe.

Bis wir nicht das Gefühl haben, dass ein Kind sicher und ausbalanciert sitzen kann, die Zügel zum Lenken und nicht zum Festhalten nimmt, es die Kraft hat ein Pferd zu treiben und es verstehen und umsetzen kann was wir sagen, können in diesen jungen Jahren 2 Jahre vergehen.

Das können 2 lange Jahre an der Longe sein.

Es wird schwer, ein Kind solange zu motivieren dabei zu bleiben.

 

Lenken und nicht zum Festhalten nimmt, es die Kraft hat ein Pferd zu treiben und es verstehen und umsetzen kann was wir sagen, können in diesen jungen Jahren 2 Jahre vergehen.

Das können 2 lange Jahre an der Longe sein.

Es wird schwer, ein Kind solange zu motivieren dabei zu bleiben.

 

Dann sind da auch noch die körperlichen und gesundheitlichen Aspekte. Je jünger die Kinder sind, umso weniger sind die Knochen und Gelenke fertig ausgebildet. 

Physiotherapeutin Stefanie Tetzner gibt zu bedenken:

Wir kommen mit einer C-förmigen Wirbelsäule auf die Welt. Die S-förmige-Schwingung der Wirbelsäule, die nötig ist, um die Bewegungen des Pferdes zum Beispiel auch im Trab problemlos abfangen zu können, ist erst mit vier bis sechs Jahren abgesichert. Bis zu diesem Alter können bis zu einem gewissen Grade gesunde Bandscheiben die Aufgabe der Wirbelsäule übernehmen. Das bedeutet aber auch: Bis der Körper so weit ist, ist es zwar völlig okay, dass kleine Kinder gelegentlich mal eine Runde im Schritt auf dem Pferd sitzen, regelmäßiges Reiten oder auch längere Touren im Sattel sind aber noch nicht zu empfehlen.

 

Zuviel Ehrgeiz und Verbissenheit ist natürlich nicht gut. Denn dabei können leicht Probleme wie leichte Fehlstellungen der Hüfte übersehen werden, was zu Überlastungen führen kann. Reiten kann aber bei Kindern und Jugendlichen leider auch die Entstehung von Langzeitschäden an Wirbelsäule oder Hüfte begünstigen, die dann erst Jahrzehnte später Probleme machen. Die Gefahr dafür ist immer besonders groß, wenn man zu viel vom Kind verlangt, Probleme durch Wachstumsschübe oder leichte Fehlstellungen ignoriert. Betreibt ein Kind oder Jugendlicher Reiten als Leistungssport, sollte man sich bewusst sein, dass dann wie bei jedem Leistungssport auch das Unfall- und gesundheitliche Risiko steigt.